Wachsmalerei (Enkaustik)

Die über 2000 Jahre alte Technik ist vor allem bekannt wegen Mumienporträts. Ebenso alt ist das Wort Enkaustik. Es leitet sich von "einbrennen" ab.

Den Wachs zu schmelzen, war äusserst aufwendig und die Technik geriet für lange Zeit in Vergessenheit. Es gab zwischendurch einzelne Versuche, die Technik wieder zu neu beleben, aber erst mit den elektrischen Geräten wurden der Wachsmalerei ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Zum Wiederaufblühen hat unter anderen der amerikanische Künstler Jasper Johns (American Flags) beigetragen.

Inzwischen ist die antike Malart in den Vereinigten Staaten weit verbreitet und beginnt auch in Europa Fuss zu fassen. Noch ist es aber sehr aufwendig, sich das geeignete Arbeitsmaterial zusammenzustellen.

Auf dieser Seite zeige ich euch, wie und mit welchem Material ich arbeite. 

Quellenangabe:

Hüttemann-Holz, Birgit (2015): Enkaustik. Das Grundlagenbuch zur Wachsmalerei. Freiburg: Christophorus Verlag GmbH.

ISBN 978-3-86230-304-5

Für weiterführende Angaben

siehe Wikipedia unter

"Enkaustik" und "Wachsmalerei".

Kleiner Einblick in mein Arbeitsprozess

Die Heisswachsmalerei ist sehr vielfältig. Ich beschränke mich hier auf einige Techniken und Materialien, die ich vorwiegend verwende. 

Das Medium, also die Wachsmischung, stelle ich selber aus Bienenwachs, Industrie-wachs und Dammarharz her. Dabei gehe ich so vor: In einer Pfanne erwärme ich das zermahlene Harz und ziehe dann den Wachs darunter. Als nächstes mische ich einem Teil  des Wachs die Pigmente bei. So entstehen kräftige und glänzende  Farben. Anschliessend fülle ich das Wachsgemisch in erhitzbare Behälter und lasse es abkühlen.

Die Behälter mit dem abgekühlten Medium werden je nach gewünschter Farbe auf einer Wärmeplatte geschmolzen. Danach trage ich die erste flüssige Wachsschicht zügig mit einem Pinsel auf den mit Heissluftföhn oder Gasbrenner vorgewärmten Maluntergrund auf. 

Meine Maluntergründe bestehen meistens aus Birkenholz. Situativ lasse ich diesen roh, bemale oder beklebe ihn collagenartig.

Mithilfe des Gasbrenners erwärme ich sorgfältig erneut die erste Wachsschicht, so dass sie sich mit dem Untergrund verbindet und die Pinselstriche ausglättet. Anschliessend beginnt der Vorgang mit einer neuen Wachsschicht von vorne. So entstehen mehrere Schichten, wobei jede einzelne Schicht mit der unteren verschmelzt.

Nach Belieben können die einzelnen Schichten eingeritzt und die entstandenen Vertiefungen mit farbigem Wachs oder Ölfarbe gefüllt werden. Zusätzlich können Naturmaterialien, Ölkreide, Pastellkreide, Rost oder Tusche eingearbeitet werden. 

Die Heisswachsmalerei kann unter anderem mit Abklebetechnik und Fototransfer kombiniert werden und der persönlichen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Für mich ist die Heisswachstechnik die 

vielfältigste Art zu malen. 

Farben liebe ich, rot am meisten, aber nicht nur. Denn was wäre Rot ohne die anderen Farben?

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann melden Sie sich bei mir. Wir vereinbaren einen Termin. Sie können mich in meinem Atelier besuchen und einen Workshop bei mir belegen. Ich freue mich auf Sie!